Kompletter Ratgeber: Darf man mechanische Uhren zurückdrehen?

Kompletter Ratgeber: Darf man mechanische Uhren zurückdrehen?

Sommaire

    Ja, man darf mechanische Uhren zurückdrehen, aber nicht bei jeder Uhr und nicht in jeder Situation. Die Zeiger dürfen über die Krone grundsätzlich rückwärts gestellt werden, bei vielen Modellen ist das unkritisch, bei Uhren mit Datumsanzeige gibt es jedoch eine Ausnahme in einem bestimmten Zeitfenster am Abend. Dieser Ratgeber erklärt, wann das Zurückdrehen mechanischer Uhren unproblematisch ist, welche Fehler Sie vermeiden sollten und worauf Sie bei der Zeitumstellung achten.

    Darf man mechanische Uhren zurückdrehen?

    Kurz gesagt: Ja. Bei den meisten mechanischen Uhren mit Handaufzug oder Automatik dürfen Sie die Zeiger über die Krone auch gegen den Uhrzeigersinn bewegen. Das Räderwerk ist so gebaut, dass die Zeigerstellung unabhängig von der Hemmung korrigiert werden kann. Sie beschädigen das Uhrwerk damit in der Regel nicht.

    Wichtig ist, was Sie dabei drehen. Es gibt zwei völlig verschiedene Vorgänge: das Stellen der Zeiger mit der Krone und das Aufziehen der Feder. Beim Aufziehen drehen Sie immer in die vorgesehene Richtung, meist im Uhrzeigersinn, und nie mit Gewalt. Beim Stellen der Zeiger ist die Gegenrichtung dagegen meist erlaubt.

    Eine Einschränkung betrifft Uhren mit Datum oder Wochentag. Kurz vor und nach Mitternacht greift das Datumsschaltwerk in das Räderwerk ein. Wer in diesem Zeitfenster stellt, kann die Mechanik belasten. Viele Hersteller nennen dafür etwa die Zeit zwischen 21 und 3 Uhr, die genauen Angaben unterscheiden sich aber je nach Modell. Im Zweifel hilft die Anleitung oder ein Horologe weiter.

    Eine einfache Regel hilft: Drehen Sie langsam, ohne Ruck und ohne Kraft. Spüren Sie einen deutlichen Widerstand, hören Sie auf. Bei sehr alten Taschenuhren, etwa mit Schlüsselaufzug, lohnt sich zusätzliche Vorsicht, denn dort sind Verschleiß und fehlende Wartung häufiger.

    Wie stellt man eine mechanische Uhr bei der Zeitumstellung richtig um?

    In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird die Uhr im Herbst um eine Stunde zurückgestellt, nämlich von 3 auf 2 Uhr. Für mechanische Uhren bedeutet das: Sie müssen eine Stunde zurückdrehen. Bei einer Uhr ohne Datum ist das in der Regel unproblematisch.

    Haben Sie eine Uhr mit Datum, gibt es zwei sichere Wege. Der erste: Sie stellen die Uhr tagsüber um, wenn das Datumsschaltwerk nicht aktiv ist. Der zweite: Sie drehen die Zeiger stattdessen elf Stunden vorwärts. Das ist bei empfindlichen Modellen oft schonender, kostet aber etwas mehr Zeit.

    Praktisch gehen Sie so vor:

    1. Ziehen Sie die Krone vorsichtig in die Stellposition.
    2. Drehen Sie die Zeiger langsam auf die gewünschte Zeit.
    3. Drücken Sie die Krone wieder ein, bei Schraubkronen anschließend festdrehen.

    Achten Sie darauf, die Krone nicht seitlich zu belasten. Gerade bei Taschenuhren sitzt sie oft exponiert am Gehäuse, und ein schiefer Zug kann die Aufzugswelle beanspruchen. Dazu gibt es eine allgemeine Einführung in Taschenuhren auf Wikipedia, die Aufbau und Geschichte beschreibt.

    Welche 6 Fehler sollte man beim Stellen vermeiden?

    Viele Schäden entstehen nicht durch das Zurückdrehen selbst, sondern durch unachtsames Handeln. Diese sechs Fehler begegnen Uhrmachern besonders oft:

    • Datum zur falschen Zeit verstellen: Stellen Sie das Datum nicht im Zeitfenster rund um Mitternacht, in dem das Schaltwerk arbeitet.
    • Mit Gewalt aufziehen: Ist ein Widerstand spürbar, ist die Feder voll. Weiterdrehen kann Schäden verursachen.
    • Krone bei Nässe ziehen: Feuchtigkeit gelangt sonst leichter ins Gehäuse.
    • Stellen in der Hosentasche oder am Handgelenk mit Druck: Legen Sie die Uhr besser ab und halten Sie sie ruhig.
    • Magnetfelder ignorieren: Lautsprecher, Tablets oder Taschenverschlüsse können die Ganggenauigkeit beeinflussen.
    • Keine regelmäßige Wartung: Wird das Öl alt, steigt der Verschleiß. Ein Horologe kann den Zustand beurteilen.

    Wer diese Punkte beachtet, schützt sein Uhrwerk deutlich besser als durch jede Sorge ums Zurückdrehen.

    Was gilt für Datum, Automatik und Handaufzug?

    Der Unterschied zwischen den Werktypen ist größer, als viele denken. Bei einer Handaufzugsuhr, wie sie bei klassischen Taschenuhren üblich ist, ziehen Sie die Feder selbst auf. Das Zurückdrehen der Zeiger ist hier meist unkritisch, solange kein Datum im Spiel ist.

    Bei Automatikuhren spannt die Bewegung des Trägers die Feder. Auch hier dürfen Sie die Zeiger zurückstellen. Beim Handaufzug dieser Modelle gilt dasselbe wie sonst: sanft drehen, nicht überdrehen. Eine Automatikuhr, die tagelang liegt, bleibt irgendwann stehen und lässt sich dann einfach neu aufziehen und stellen.

    Besonders vorsichtig sollten Sie bei Komplikationen sein, etwa Ewigem Kalender, Chronograph oder Schlagwerk. Hier kann ein falscher Handgriff das Schaltwerk beanspruchen. Lesen Sie die Herstelleranleitung, und lassen Sie sich im Zweifel beraten. Bei Erbstücken oder wertvollen Stücken empfiehlt sich der Rat eines Fachmanns, bevor Sie selbst experimentieren.

    Warum eine Quarz-Taschenuhr die entspannte Alternative ist

    Wer die Zeitumstellung ohne Sorgen erledigen möchte, findet bei Quarzuhren eine unkomplizierte Lösung. Dort arbeitet ein elektronisches Werk, und das Stellen der Zeiger ist in der Regel unproblematisch, da keine Zugfeder gespannt werden muss.

    Bei Univers Gousset finden Sie Taschenuhren mit Quarzwerk, die den Charme klassischer Modelle mit moderner Alltagstauglichkeit verbinden. Ein schönes Beispiel ist diese Taschenuhr mit Halskette im Vintage-Stil. Sie tragen sie an der Kette und stellen sie bei Bedarf einfach um.

    Mehr Auswahl entdecken Sie in unserer Kollektion von Uhren als Collier. Ob elegant, verspielt oder markant: Sie finden Stücke, die sich als Schmuck und als Zeitmesser tragen lassen. Zu Wert, Material oder Alter einer geerbten mechanischen Uhr berät Sie am besten ein Horologe oder ein Experte vor Ort.

    Häufig gestellte Fragen

    Schadet es der Uhr, wenn ich die Zeiger rückwärts drehe?

    Bei den meisten mechanischen Uhren nicht, sofern Sie langsam und ohne Kraft drehen. Vorsicht gilt bei Modellen mit Datum oder Komplikationen. Dort sollten Sie die Hinweise des Herstellers beachten und das Zeitfenster rund um Mitternacht vermeiden.

    Muss ich die Uhr bei der Zeitumstellung aufziehen?

    Nicht zwingend. Das Aufziehen dient der Energie der Feder, die Zeitumstellung betrifft nur die Zeiger. Läuft die Uhr noch, genügt das Stellen. Ist sie stehen geblieben, ziehen Sie sie zuerst sanft auf und stellen sie danach.

    Kann ich eine Datumsuhr tagsüber zurückstellen?

    Ja, tagsüber ist das Datumsschaltwerk in der Regel nicht aktiv, daher ist das Zurückstellen dann meist unproblematisch. Genaue Zeitfenster hängen vom Modell ab. Schauen Sie in die Anleitung oder fragen Sie einen Horologen.

    Ist eine Quarzuhr pflegeleichter bei der Zeitumstellung?

    In der Regel ja. Quarzuhren besitzen keine Zugfeder, die aufgezogen werden muss, und lassen sich meist unkompliziert stellen. Dennoch sollten Sie die Krone behutsam bedienen und die Uhr vor Stößen und Nässe schützen.

    Fazit

    Man darf mechanische Uhren zurückdrehen, solange man sanft vorgeht und bei Datumsuhren das kritische Zeitfenster rund um Mitternacht meidet. Wer es unkompliziert mag, findet in unserer Kollektion von Taschenuhren als Collier passende Quarzmodelle für den Alltag.

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