Wie man eine mechanische Uhr aufzieht, ist schnell erklärt: Man dreht die Krone im Uhrzeigersinn, bis ein spürbarer Widerstand entsteht, bei den meisten Handaufzugsuhren sind das etwa 20 bis 40 Umdrehungen. Danach läuft die Uhr je nach Werk meist rund 30 bis 48 Stunden. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie das Aufziehen gelingt, welche Fehler Sie vermeiden sollten und worauf es bei Taschenuhren ankommt.
Wie zieht man eine mechanische Uhr auf?
Eine mechanische Uhr mit Handaufzug wird über die Krone aufgezogen. Die Krone sitzt bei Armbanduhren seitlich bei der 3-Uhr-Position, bei Taschenuhren meist oben am Bügel, also bei der 12-Uhr-Position. Beim Drehen spannen Sie die Zugfeder im Federhaus. Diese gespeicherte Energie treibt das Uhrwerk an.
So gehen Sie vor:
- Nehmen Sie die Uhr ruhig in die Hand, am besten so, dass Sie die Krone gut greifen können.
- Prüfen Sie, ob die Krone eingeschraubt ist. Bei Schraubkronen müssen Sie sie zuerst gegen den Uhrzeigersinn lösen.
- Drehen Sie die Krone langsam und gleichmäßig im Uhrzeigersinn.
- Hören Sie auf, sobald Sie einen deutlichen Widerstand spüren. Dann ist die Feder voll gespannt.
- Schrauben Sie die Krone bei Bedarf wieder fest.
Wichtig ist das Gefühl in den Fingern: Der Aufzug läuft zunächst leicht, danach wird er spürbar zäher. Hören Sie bei diesem Punkt auf und erzwingen Sie keine weitere Drehung. Viele Uhren haben beim Aufziehen ein leises, gleichmäßiges Ratschengeräusch. Das ist normal und zeigt, dass der Mechanismus arbeitet.
Am besten ziehen Sie die Uhr immer zur gleichen Tageszeit auf, zum Beispiel am Morgen. So entsteht eine feste Routine, und die Uhr läuft zuverlässig.
Wie oft muss man eine mechanische Uhr aufziehen?
Bei den meisten Handaufzugsuhren genügt ein Aufzug pro Tag. Die Gangreserve, also die Laufzeit bei voll gespannter Feder, liegt bei vielen Werken im Bereich von etwa 30 bis 48 Stunden. Es gibt aber Unterschiede, die Angabe hängt vom jeweiligen Kaliber ab. Bei Taschenuhren, besonders bei älteren Stücken, lohnt sich ebenfalls ein fester täglicher Rhythmus.
Wer die Uhr täglich zur gleichen Zeit aufzieht, hält die Feder in einem gleichmäßigen Spannungsbereich. Das sorgt in der Regel für einen stabileren Gang, weil die Kraft der Feder nachlässt, wenn sie fast abgelaufen ist.
Eine Automatikuhr funktioniert etwas anders: Hier spannt ein Rotor die Feder durch die Bewegung Ihres Handgelenks. Wird eine Automatikuhr mehrere Tage nicht getragen, bleibt sie stehen. Dann können Sie sie bei den meisten Modellen über die Krone von Hand anschieben, bevor Sie sie anlegen. Die genaue Vorgehensweise steht im Zweifel in der Anleitung des Herstellers.
Steht die Uhr still, ist sie nicht automatisch defekt. Oft ist die Feder schlicht abgelaufen. Ziehen Sie sie auf, stellen Sie die Zeit ein, und beobachten Sie, ob sie wieder regelmäßig läuft.
Welche Fehler sollte man beim Aufziehen vermeiden?
Mit ein wenig Sorgfalt lässt sich beim Aufziehen kaum etwas falsch machen. Diese fünf Fehler kommen jedoch häufiger vor:
- Zu viel Kraft: Spüren Sie Widerstand, hören Sie auf. Gewaltsames Weiterdrehen kann Feder oder Aufzugswelle belasten.
- Falsche Drehrichtung: Gedreht wird bei den meisten Uhren im Uhrzeigersinn. Eine leichte Gegenbewegung ohne Funktion ist bei manchen Werken normal, sie bedeutet nicht, dass etwas kaputt ist.
- Aufziehen mit schmutzigen oder feuchten Händen: Schweiß und Schmutz können an der Krone in das Gehäuse gelangen.
- Krone im gezogenen Zustand drehen: Beim Stellen der Zeit ist die Krone gezogen, beim Aufziehen bleibt sie in der Ruheposition.
- Datum zur falschen Zeit verstellen: Bei vielen Uhren mit Datumsanzeige sollten Sie das Datum nicht stellen, wenn die Uhr zwischen etwa 21 und 3 Uhr steht, da der Schaltmechanismus dann arbeitet.
Wenn sich die Krone ungewöhnlich schwer oder gar nicht drehen lässt, versuchen Sie es nicht mit Gewalt. Ein Besuch beim Uhrmacher ist dann der sichere Weg.
Was ist bei einer mechanischen Taschenuhr besonders?
Bei einer mechanischen Taschenuhr gilt das gleiche Prinzip wie bei der Armbanduhr, die Bedienung unterscheidet sich aber in Details. Die Krone sitzt in der Regel oben am Bügel. Bei manchen historischen Modellen wird die Uhr nicht über die Krone, sondern mit einem separaten Schlüssel aufgezogen. Einen Überblick über die Geschichte und Bauformen bietet der Wikipedia-Artikel zur Taschenuhr.
Halten Sie die Taschenuhr beim Aufziehen sicher in einer Hand, am besten über einem weichen Untergrund. So passiert nichts, falls sie Ihnen entgleitet. Drehen Sie die Krone gleichmäßig, bis Sie den Widerstand spüren.
Taschenuhren gibt es in verschiedenen Gehäuseformen. Bei Savonnetten, also Modellen mit Sprungdeckel, öffnen Sie zuerst den Deckel. Bei der Open-Face-Form liegt das Zifferblatt frei. Das Aufziehen selbst ändert sich dadurch nicht.
Praktisch ist eine feste Gewohnheit: Ziehen Sie die Uhr am Abend oder am Morgen auf, bevor Sie sie in die Tasche stecken. Vermeiden Sie es, sie dauerhaft in einer Position liegen zu lassen, wenn sie nicht läuft. Bewahren Sie sie trocken und vor starken Stößen geschützt auf.
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Wer das tägliche Aufziehen als kleines Ritual schätzt, findet bei Univers Gousset eine Auswahl an mechanischen Taschenuhren in verschiedenen Stilen. Sie reicht von klassischen Modellen bis zu Uhren mit Blick auf das Werk. Alle Uhren der Kollektion mechanischer Taschenuhren werden von Hand aufgezogen und verbinden Tradition mit Alltagstauglichkeit.
Besonders reizvoll für Sammler ist zum Beispiel eine Skelett-Taschenuhr mit sichtbarem Werk. Hier sehen Sie beim Aufziehen und im Lauf, wie die Mechanik arbeitet.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Bauform zu Ihnen passt, hilft eine einfache Überlegung: Möchten Sie die Uhr eher offen tragen und oft ablesen, passt eine Open-Face-Uhr. Mögen Sie den Schutz eines Deckels, ist ein Jäger-Modell eine gute Wahl. Für Fragen zu Pflege und Wartung ist ein Uhrmacher Ihrer Wahl die beste Anlaufstelle.
Häufig gestellte Fragen
Kann man eine mechanische Uhr überdrehen?
Moderne Handaufzugswerke besitzen meist einen spürbaren Anschlag. Sobald Sie Widerstand fühlen, ist die Feder voll gespannt. Drehen Sie dann nicht weiter und üben Sie keine Gewalt aus. So schonen Sie Feder und Aufzugsmechanismus und vermeiden unnötigen Verschleiß.
Zu welcher Tageszeit sollte man die Uhr aufziehen?
Das ist Geschmackssache. Viele Menschen ziehen ihre Uhr am Morgen auf, weil sie dann den ganzen Tag genügend Kraft hat. Entscheidend ist die Regelmäßigkeit: Wer immer zur gleichen Zeit aufzieht, hält die Feder gleichmäßig gespannt und erreicht meist einen stabileren Gang.
Wie lange läuft eine mechanische Uhr nach dem Aufziehen?
Die Laufzeit hängt vom Werk ab. Bei vielen mechanischen Uhren liegt die Gangreserve etwa zwischen 30 und 48 Stunden, manche Modelle laufen länger. Genaue Angaben finden Sie in den Produktinformationen oder in der Anleitung des Herstellers.
Muss man eine Taschenuhr jeden Tag aufziehen?
Für einen gleichmäßigen Gang empfiehlt sich ein täglicher Aufzug. Wenn die Uhr einmal stehen bleibt, ist das kein Problem: Ziehen Sie sie auf und stellen Sie die Zeit neu ein. Bei Unregelmäßigkeiten über längere Zeit lohnt sich ein Check beim Uhrmacher.
Fazit
Eine mechanische Uhr ziehen Sie auf, indem Sie die Krone gleichmäßig im Uhrzeigersinn drehen, bis Sie Widerstand spüren. Meist genügt dafür ein Aufzug pro Tag, und mit etwas Gefühl und fester Routine bleibt Ihre Uhr zuverlässig in Gang. Wer das Ritual selbst erleben möchte, findet passende Stücke in der Auswahl mechanischer Taschenuhren von Univers Gousset.








